Verkehr


Allgemeines

In Großbritannien herrscht Linksverkehr! (Man fährt links und überholt rechts.) Es gibt kein allgemeines Vorfahrtsrecht. An jeder Kreuzung gibt es Schilder oder Markierungen auf der Fahrbahn (weißes Dreieck bzw. doppelte unterbrochene Linie quer über die Fahrbahn) die den Vorrang regeln. Auf den weißen Zick-Zack-Streifen vor Fußgängüberquerungen ist Halten, Parken und Überholen verboten. Eine gelbe Linie am Straßenrand bedeutet Halteverbot bzw. doppelte Linie Parkverbot, wobei kleine Schilder an Straßenlaternen etc. genauere Hinweise geben.

Bei Fahrzeugen mit Scheinwerfern mit asymmetrischem Licht (also jedes moderne Auto) muß der entsprechende Ausschnitt der Scheinwerferscheibe abgedeckt werden. Leider geben die Betriebsanleitungen der modernen Autos keine Hinweise mehr darauf. Man kann aber leicht den entsprechenden Ausschnitt selbst erkunden.

Viele Kreuzungen in Großbritannien sind als Kreisverkehr ausgeführt. (Auch ineinander verschachtelte Kreisverkehre kommen vor!) Das sich im Kreisverkehr befindliche Fahrzeug hat Vorrang. (Es gibt auch Kreisverkehre mit Ampelregelung!) Ebenso sind innerstädtisch viele Kreuzungen als Kreisverkehr ausgeführt, oft nur an einem relativ kleinen weißen Punkt in der Mitte der Kreuzung zu erkennen!

Die meisten Straßen haben Nummern und sind mit M, A oder B bezeichnet. (Nur kleinste Straßen sind unnummeriert.) “M” bezeichnet Autobahnen. Erkennbar an ihrer blauen Beschriftung und teilweise am rötlichen Straßenbelag. “A”-Straßen sind höherrangig als “B”-Straßen. Durch die Nummerierung, die auch auf allen Straßenkarten zu finden ist, wird die Orientierung sehr erleichtert, da jedes Straßenschild ebenfalls die Straßennummer angibt. Aber auch die kleinsten Straßen sind gut beschildert und so sollte jeder Punkt mit einer ausreichend guten Karte leicht zu finden sein.

Erlaubte Höchstgeschwindigkeiten für PKW ohne Anhänger, sofern nicht anders angegeben: Im Ort 30 mph (48 km/h), Landstraße 60 mph (96 km/h), Schnellstraßen und Autobahnen 70 mph (112 km/h). Die Geschwindigkeiten werden durch Radaranlagen überwacht. Diese sind mitunter klein und überkopf angebracht. Schilder mit einer Kamera darauf weisen nicht auf einen Aussichtspunkt, sondern auf Radarmessungen hin. Alle Entfernungsangaben sind in Meilen bzw. Yard, Höhenangaben in Fuß bzw. Inch (Zoll). Einige Brücken sind mautpflichtig! Es gibt kein LKW-Fahrverbot am Wochenende.

Dual Carriageway: Kommt bei A- und B-Straßen vor. Ist an sich eine zweispurige Schnellstraße mit Mitteltrennung, hat aber Kreuzungen und Kreisverkehre (auch auf der A 1!). Da die mögliche Höchstgeschwindigkeit 70 Meilen / Stunde (gleich wie auf Autobahnen) beträgt, tragen die Kreuzungen nicht gerade zur Verkehrssicherheit bei. Man muß sehr auf plötzlich verzögernde Autos achten, da sich die unter Umständen in der Mitte zum nach rechts abbiegen einreihen. Große Vorsicht ist auch beim Auffahren auf eine solche Schnellstraße geboten, damit man nicht auf die falsche Richtungsfahrbahn kommt. Eine weitere Gefahr ist, daß viele dieser Schnellstraßen nicht durchgehend sind und sich immer wieder mit normalen Überlandstraßen abwechseln und gerade für Touristen, die den Linksverkehr nicht so gewöhnt sind, eine große Gefahr darstellen. So beispielsweise auch die A 9 zwischen Perth und Inverness, hier sind mitunter nicht einmal beide Richtungsfahrbahnen – sofern gerade Dual Carriageway – nebeneinander. Vorsicht: Auch Radfahrer, Traktoren etc. nutzen diese Schnellstraßen.

Straßen in den Highlands und auf den Inseln: Viele Straßen sind hier nur als “Single Track Road with Passing Places” ausgeführt. Dies bedeutet, daß man mit großer Vorsicht fahren muß und die Reisegeschwindigkeit dementsprechend zu reduzieren ist. Entgegenkommender Verkehr ist an den “Passing Places” abzuwarten, ebenso ist schnellerer Verkehr vorzulassen. (Das ist Vorschrift!) Eine weitere Gefahr stellen Schafe dar, die einem in Schottland überall begegnen können, wobei ältere Tiere meist ausweichen, wenn sich ein Auto nähert, aber gerade Jungtiere laufen manchmal im letzten Moment doch noch über die Straße zum Muttertier!

Einige Straßen im Detail

A 1: Ist von London bis Morpeth (nördlich von Newcastle upon Tyne) durchgehend Autobahn bzw. Dual Carriageway. Ab Morpeth bis Edinburgh wechseln einander Dual Carriageway und Landstraße ab. Der schottische Teil der A 1 ist landschaftlich sehr schön und es gibt viele lohnende Ausflugsmöglichkeiten entlang der A 1 auch auf englischen Boden.

(M) A 9: Ist die Hauptroute nach Norden. Von Edinburgh bis Stirling als Autobahn ausgeführt, danach von Dunblane bis Perth Dual Carriageway, anschließend teilweise normale Landstraße teilweise Dual Carriageway bis Inverness, weiter nördlich nur mehr normale Landstraße.

M 90: Der schnelle Weg von Edinburgh nach Perth. Die Forth Road Bridge ist in Fahrtrichtung Norden mautpflichtig, wo je nach Tageszeit mit Verzögerungen zu rechnen ist.

A 90: Von Perth bis Aberdeen als Dual Carriageway ausgeführt. (Die Umfahrung von Dundee kann verkehrsbedingt lange dauern!)

A 85: Von Perth bis Oban. In Crieff, Comrie, St. Fillans und Crianlarich fährt man durch den Ort, sonst ist die Straße teilweise neu ausgebaut.

A 82: Glasgow bis Inverness. Von Glasgow bis Alexandria Dual Carriageway. Entlang des südlichen Teils von Loch Lomond ausgebaut. Landschaftlich wunderschöne Strecke bei Rannoch Moor und durch Glen Coe. (Morgens (bis 11.00) ist dieser Teil der Straße auch in der Hauptsaison fast ohne Verkehr.)

A 830: “Road to the Isles” von Fort William nach Mallaig. Von Fort William bis Lochailort ausgebaut, weiter bis Mallaig über weite Strecken nur Single Track Road. Ab Arisaig Blick auf Muck, Eigg, Rum und Skye.

A 86: Von Spean Bridge bis Kingussie. Teilweise eher enge Straße (Single Track Road) und kurvenreich. Die kurze A 889 von Drumgask bis Dalwhinnie ist statistisch gesehen eine der unfallträchtigsten Straßen in Schottland. A889 ist abschnittsweise sehr steil.

A 93: Von Perth bis Aberdeen. Bei Meikleour befindet sich die “Beech Hedge” – eine riesige Buchenhecke von 1715 und seit 1966 als weltweit höchste Hecke anerkannt. Von Blairgowrie bis Spittal of Glenshee eine kleine kurvenreiche Landstraße, über den Paß von Glenshee bis Braemar und weiter nach Aberdeen ist die Straße gut ausgebaut.

B 976: Von Crathie nach Gairnshiel Lodge. Sehr kleine typische Highlandstraße mit gutem Panorama.

A 939: Von Ballater bis Nairn. Über the Lecht sehr steil.

Parken

In britischen Städten – ja selbst im kleinsten Dorf (dort allerdings mitunter gratis!) – gibt es überall “Pay & Display” Parkplätze. Diese sind im Normalfall durch gute Beschilderung leicht zu finden. Man sucht sich einen Parkplatz und geht anschließend zum Automaten und zahlt dort im voraus und bekommt einen Sticker, den man innen an die Windschutzscheibe kleben muß. (Auf der einen Seite ist meist eine Werbung angebracht, die man abziehen und als Klebestreifen verwenden kann.) Parkgaragen haben auch das bekannte Ticketsystem mit Zahlen bei Rückkehr. Supermärkte haben auch Parkplätze, die allerdings seit einiger Zeit kontrolliert werden. Man darf dort eine gewisse Zeit stehen bleiben (ist gut ersichtlich angeschrieben) und nicht länger. Das wird genau kontrolliert und oft geht ein Parkplatzwächter mit keinem Computer herum, der die Autonummern eingibt und sollte man nach der erlaubten Zeit noch angetroffen werden, bekommt man Probleme. “Passing Places” auf Single Tracks Roads sind nicht als Parkplatz gedacht. Tagsüber einen Garagenplatz in Edinburgh zu finden, ist eher schwierig und sehr teuer. Es empfiehlt sich mit öffentlichem Verkehr anzureisen.

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